Dienstag, 16. Januar 2018
Jumanji: Willkommen im Dschungel
Jumanji: Welcome to the Jungle
Fridge als Franklin „Moose“ Finbar, Spencer als Dr. Smolder Bravestone,
Martha als Ruby Roundhouse und Bethany als Professor Shelly Oberon
© Sony Pictures/Frank Masi

Wer sich jetzt an den Kinofilm von 1995 mit Robin Williams erinnert, ist gut bedient, denn Jumanji: Willkommen im Dschungel spielt im selben Universum wie die erste Verfilmung des Fantasyromans von Chris van Allsburg. Allerdings drehte man in Jumanji anno 2017 den Spieß um. Statt einem Brettspiel, das den Dschungel in unsere Welt bringt, verwandelt sich das Spiel in eine Videospielkonsole, die die Spieler nun in das Spiel hinein zieht.

„Es ist 1996“, und man möchte sofort die Zeilen des Klassikers von Fettes Brot mitsingen, als ein Teenager das Brettspiel entdeckt und sich fragt: „Wer spielt'n sowas?“ Doch schon kurze Zeit später, nachdem sich das Brettspiel auf Grund der Bemerkung des jungen Alex über Nacht in eine Videospielkonsole verwandelt hat, finden wir uns 20 Jahre später wieder und lernen die Hauptfiguren des Spiel(film)s kennen, die sich allesamt fürs Nachsitzen qualifizieren und zur Strafe den Schulclubkeller aufräumen sollen.

Wir haben hier den spacken, neurotischen Gamer Spencer, die Schulschöne Bethany, die ihr Smartphone über alles liebt, den farbigen Footballspieler mit dem passenden Spitznamen Fridge (auch wenn der Schauspieler nicht ganz so schrankvoll ins Licht gesetzt wird) und die sozial ungelenke Martha, die sonst jedoch jedem unverblümt ihre Meinung geigt. Beim Aufräumen entdecken sie die Videokonsole, und natürlich kommt es, wie es kommen muss: Sie bekommen das Spiel zum Laufen, und jeder sucht sich eine Figur aus...

Mit netten visuellen Effekten werden die Vier nun nacheinander in das Spiel gezogen und finden sich plötzlich im Dschungel wieder - der allergische Gamer Spencer in der Rolle des furchtlosen Archäologen und Entdeckers Dr. Smolder Bravestone in der Figur von Ex-Wrestler „The Rock“ Dwayne Johnson, die Sportskanone Fridge als dessen treuer Gehilfe und Waffengepäckträger Franklin „Moose“ Finbar in der körperlich kleinen aber lauten Figur von Komiker Kevin Hart, die egozentrische Bethany in der Rolle des „kurvigen Genies“ Dr. Shelly Oberon in der Gestalt von Jack Black, denn Shelly ist hier die Kurzform von Sheldon, sowie die fast normalste der Gruppe, Martha, in der Rolle der Martial-Arts- und Tanz-kämpfenden Ruby Roundhouse, verkörpert von Karen Gillan, die nicht nur das Äußerliche für die Figur mitbringt, sondern auch das Komödiantische.

Von den vier Spiel(film)helden hat es Bethany wohl am schwersten, sich zurechtzufinden, denn sie muss sich erst einmal mit ihrem neuen Körper des anderen Geschlechts auseinandersetzen und muss sich Tipps von den „Herren“ einholen, als die Blase drückt. Bei all den Szenen sei jedoch gesagt, dass sich die Witze im sauberen Bereich befinden! Aber auch die Gefahren des Dschungels sind nicht ohne. Nachdem sie festgestellt haben, dass sie jeweils drei Leben besitzen, wie das so damals in den Spielen üblich war, machen sich die schrillen Vier auf Achse, das Spiel durchzuspielen, um hoffentlich in ihre eigenen Körper und ihre eigene Welt zurückkehren zu können.

Für den Dschungel dient hier Hawaii als Kulisse, für die Abenteuergeschichte um Bravestones Gegenspieler Van Pelt, der einen Schmuckstein aus einer Jaguarstatue entfernt hat und dadurch verflucht wurde. „Wollt ihr aus dem Spiel heraus, dann rettet Jumanji und ruft seinen Namen aus!“ So müssen unsere Helden den Stein von Van Pelt abjuxen und wieder zurück in die berghohe Statue einsetzen - leichter gesagt als getan.

Jake Kasdan inszenierte dieses spaßige Abenteuer nicht nur mit ordentlichen Effekten (im Gegensatz zum in dieser Hinsicht doch eher peinlich wirkenden Film von Joe Johnston). Er konnte auch auf seine Traumbesetzung bauen, wie er gesteht: »Sie sind alle so witzig und voll dabei - und sie haben alle so gut miteinander gearbeitet. Und sie sind alle auch Schauspieler, die sich körperlich einbringen - was wichtig war, denn es gibt eine Menge Action in dem Film. Und sie sind alle diesem Aspekt gerecht geworden.«

Indem Jake Kasdan seinen Akteuren Freiräume gab, ihre Komik auszuspielen, schaffte er eine gewisse Balance, jedem gleich viel Präsenz zukommen zu lassen und darüber hinaus Komik und Action gleichmäßig über den Film zu verteilen. Jack Black erinnert sich: »Karen und ich haben eine Szene, in der ich sie unterrichte, wie man flirtet. Dieser Tag erinnerte mich an den Spaß, den Jake und ich damals bei Orange County hatten, einfach drauf los zu riffen und daran zu arbeiten. Unsere Szene war wie ein lebender Organismus - alles passierte in Echtzeit. Das war aufregend.«

Aber nicht nur für Jack Black gab es nach 16 Jahren ein Wiedersehen mit dem Regisseur. Auch Colin Hanks, der 2002 bei Nix wie raus aus Orange County neben Jack die Hauptrolle als dessen Bruder gespielt hat, ist am Ende in einem kurzen Auftritt zu sehen. Doch auch wenn Jake Kasdan, Sohn von Regisseur und Star-Wars-Autor Lawrence Kasdan, mit Bad Teacher (der übrigens fortgesetzt werden soll) und Sex Tape eher belanglose Peinlichkeitskomödien fabriziert hat, so reiht sich Jumanji: Willkommen im Dschungel doch eher zu seinen besseren Werken wie Nix wie raus aus Orange County oder Walk Hard: Die Dewey Cox Story ein.

Alle Schauspieler haben hier ihr Bestes gegeben, die Teenager darzustellen, was ihnen auch bravourös gelungen ist. Da man die jugendlichen Helden zu Beginn und Ende des Films zu sehen bekommt, um den Vorher-Nachher-Effekt samt Weltveränderung aufzuzeigen, erlangt man nicht nur mehr Nähe zu den Figuren, es unterstreicht auch noch die schauspielerischen Qualitäten von Rock, Hart, Black und „Pond“, die sich als Heldenteam wider Willen in die Herzen der Zuschauenden mogeln. Und trotz all der Action und Komik vergisst der Film auch nicht, eine Geschichte von Zusammenhalt zu erzählen. Jumanji: Willkommen im Dschungel macht unerwartet viel Spaß, ist trotz der 2 Stunden Laufzeit recht kurzweilig und kommt auch noch in 3D ins Kino. Und für die Fans des ersten Films hat der Regisseur auch noch eine Kleinigkeit zur Verneigung eingebaut... ■ mz

21. Dezember 2017

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Jumanji - Willkommen im Dschungel
Jumanji (1996)



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