Sonntag, 17. Dezember 2017
Justice League
Die Justice League: Batman, Wonder Woman, Cyborg, The Flash und Aquaman
© Warner Brothers, Ratpac-Dune Entertainment LLC/Clay Enos
™ & © DC Comics

Wie schlagen sich im Vergleich zu Marvels gut laufender Superhelden-Maschinerie nun unsere DC-Helden Batman, Superman, Wonderman, The Flash & Co...? Was in der letzten Superman-Verfilmung Man of Steel mit Henry Cavill begann und im letztjährigen Batman v Superman: Dawn of Justice weitergeführt wurde, wird nun mit der Zusammenführung der bekanntesten Superhelden zur Gerechtigkeitsliga recht geschickt fortgeführt.

In Man of Steel wurde Supermans Einführungsgeschichte erzählt, dessen finale Gegebenheiten in Batman v Superman aufgenommen wurden. Auch wenn letzterer Film bei Kritikern und Fans weniger gut wegkam, so waren doch viele Kinogänger weltweit daran interessiert, dieses Aufeinandertreffen dieser enorm bekannten „Superhelden-Giganten“ zu verfolgen, so dass frühzeitig an einer Zusammenkunft von weiteren Figuren im DC-Univerum gearbeitet werden konnte. In Batman v Superman agiert bereits Wonder Woman, die in diesem Jahr einen sehr erfolgreichen und unterhaltsamen eigenen Filmauftritt bekam, und von The Flash und den anderen Teilnehmern der noch zu bildenden Justice League konnte man bei genauer Betrachtung schon winzige Schnipsel sehen.

»People said the Age of Heroes would never come again.«

Nach Supermans Tod in Batman v Superman dreht sich die Welt weiter, und ein noch größerer Feind scheint es auf die Zerstörung der bekannten Welt auf dem Planeten Erde abgesehen zu haben. Der sich fast selbst als Gott betrachtende Antagonist Steppenwolf, der „erste Offizier“ des im Film nicht zu sehenden außerirdischen Warlords Darkseid, wurde in der Frühzeit von Amazonen, Unterwasserwesen und Menschen zurückgeschlagen, als er seinen Siegeszug durch das Weltall geführt hat.

Steppenwolf greift die im Nebel versteckte Insel der Amazonen an, um ein für lange Zeit sicher verwahrtes mächtiges Artefakt zu stehlen. Werden dieses und zwei weitere Teile zusammengesetzt, erhält Steppenwolf fast ungehinderte Macht, um seine finsteren Pläne doch noch zu beenden. Hippolyta, Dianas Mutter und Königin, schickt eine Warnung an ihre Tochter, die sich mit Bruce Wayne alias Batman erneut in Verbindung setzt.

Batman ist noch gebeutelt vom tragischen Ende Supermans und sieht die einzige Chance, um Steppenwolf aufzuhalten, in der Zusammenführung von weiteren Superhelden zu einem Team, und der möglichen Wiederbelebung von Superman. Ob Aquaman, The Flash und Cyborg mitmachen wollen und eine „Auferstehung“ Supermans überhaupt möglich ist, erfährt man im Laufe des Films. Hier soll nichts weiter zur Handlung verraten werden.

»There are heroes among us.
Not to make us feel smaller, but to remind us of what makes us great.«

Wie schlagen sich nun die neuen Mitglieder der zu gründenden Justice League? Nun, The Flash, Aquaman und Cyborg bekommen alle eine kleine Einführung, was dem Film gut steht. Jeder Figur, die keinen eigenen Film bekommen hat, wird Zeit gegeben, dass der Kinozuschauer diese kennenlernen kann. Dabei wird dies nicht aufgebläht, sondern relativ geschickt in die anstehende Bedrohung eingewoben, denn gleichzeitig müssen Batman und Wonder Woman für ihr Team erst einmal Werbung machen.

Daher fühlt es sich richtig an, dass jedes Mitglied einen eigenen Grund hat, an etwas Größerem mitzuwirken. Die neuen Figuren haben alle ihre Ecken und Kanten, und auch deren Zusammenspiel ist mit einigen Umwegen verbunden. Es erscheint glaubwürdig, dass sich unsere Superhelden als Team erst finden müssen, kämpferisch wie auch ohne Alter Egos. Schmunzelnd könnte man es auch als Teambuilding-Maßnahme bezeichnen.

Sehr schön ist, dass man viele bekannte Gesichter aus den vorangegangenen Filmen wiedersieht. Es vermittelt eine angenehm gewohnte Bekanntheit, die der erschaffenen Comicwelt eine gewisse Kontinuität einhaucht. Dies ist sicherlich von Regisseur Zack Snyder und den kreativen Leuten hinter den Kulissen auch genau so gewollt, dass man als Zuschauer eintaucht und bestimmte Gegebenheiten in dieser Welt schon kennt. Es fühlt sich dadurch gut an und man wird mitgenommen, um diese Geschichte mit neuen Figuren weiter zu erforschen.

Der Film hat schon kleinere Haken und Ösen in der Geschichte. Die Erde wird wieder einmal von außen bedroht. Dies kann man hinnehmen. Warum sollte sich sonst die Justice League überhaupt gründen? Allerdings kommt man damit dann doch zu einem unterschwelligen Vergleich mit dem ersten Avengers-Film, so man diesen gesehen hat. Viel ändert sich diesbezüglich nicht. Es macht Spaß, unsere Superhelden agieren zu sehen.

Technisch perfekt in Szene gesetzt, mit diversen Sprüchen auf den Lippen, ist es ein rundes Erlebnis. Wieviel bleibt noch in Erinnerung? Nun, grundsätzlich geht das so in Ordnung. Man hat nur im Laufe der Zeit einfach so viel gesehen, dass dieses überdimensionale Gegrabbel einen möglicherweise gar nicht mehr so berührt, vor allem auch es gebührend wertzuschätzen, so viele Superhelden in einem Film versammelt zu sehen, und dies auch noch auf diese unterhaltsame Art.

»You wanted me to be a leader.
But leaders get people killed. So I follow, always.«

Nach dem tragischen Vorfall in Zack Snyders Familie hat Mastermind Joss Whedon regietechnisch das Projekt übernommen und zu Ende gebracht. Als Regisseur wird er nicht genannt, allerdings wird er mit einem Eintrag beim Drehbuch gewürdigt. Es ist schwer zu sagen, wieviel er nun noch zur Geschichte und dem generellen Erschaffen beigetragen hat.

Der Film fühlt sich glücklicherweise aus einem Guß an und es macht Spaß, mehr von diesen Figuren zu sehen. Einzig The Flash war ein bisschen „over the top“, nerdig und manchmal minimal nervig. Allerdings wird auch hier im Film schon eine kleine Entwicklung dieses Helds vollzogen. Die Interaktion aller Helden zusammen im Finale sieht dann schon wirklich klasse aus! Natürlich noch ein Wort zum Schluss, beziehungsweise zum Abspann: Allen wird geraten, bis zum Ende sitzen zu bleiben. Es wird belohnt! ■ mh

23. November 2017

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